Komplett Nicht-Representative Umfrage: Modellierungswerkzeuge

Über das Modeling Craftsmanship Camp 2016 berichtete ich ja bereits. Bei der Veranstaltung gab es auch eine Live-Modellierungs-Session, die auch gut ankam. Dabei wurde das Werkzeug Enterprise Architect von Sparx eingesetzt. Dabei kam jedoch die Frage auf: Welche Modellierungswerkzeuge gibt es noch, und welches ist „das beste“ (was sicher mit dem Anwendungsscenario qualifiziert werden müsste)? Unabhängig davon ging es bei der Veranstaltung nicht nur um Systemmodellierung, sondern auch andere Arten der Modellierung.

Nachhaltig lässt sich diese Frage bei so einer Veranstaltung natürlich nicht beantworten. Aber immerhin haben wir jeden Teilnehmer befragt und die Ergebnisse hier zusammengefasst. Und der Gewinner ist…

Enterprise Architect oder MS Office?

Es wurden insgesamt 60 Werkzeuge von den etwa 40 Teilnehmern genannt (Mehrfachnennungen waren erlaubt). Dabei wurde Enterprise Architect mit 12 Stimmen zum Gewinner gekürt.

Bei der Umfrage war der Enterprise Architect mit 20% der Nennungen das populärste Modellierungswerkzeug. Twittern

Es wurden auch mehrfach Microsoft-Produkte erwähnt. Voran Visio, aber auch Powerpoint, Word und Excel. Hier kann man natürlich diskutieren, ob man mit Visio überhaupt modellieren, oder „nur“ malen kann. Dennoch: Es sollte nicht vergessen werden, dass diese Werkzeuge nun mal auf jedem Rechner sind und leicht zweckentfremdet werden können.

Office ist das Arme-Leute-Werkzeug der Wahl – für alles! Twittern

Wir hatten insgesamt 7 Benennungen von Office-Produkten. Allerdings ist die Dunkelziffer sicherlich höher: Teilnehmer, die bereits ein anderes Tool erwähnt hatten, dachten nicht an Office. Aber in dem Moment, wo jemand Visio erwähnt, kam dann: „ach ja, wir hin und wieder auch…“

Weitere Modellierungswerkzeuge

Es gab ein paar Gleichstände mit jeweils 7 Stimmen aus sehr unterschiedlichen Bereichen:

  • Matlab/Simulink, also Simulation und Berechnungen (7 Stimmen).
  • Require, also Anforderungsmodellierung (7 Stimmen).

Es gab nur wenige Werkzeuge die mehr als zwei Nennungen hatten. Die bisher noch nicht erwähnten sind:

  • 6 Stimmen: Rhapsody (zusammen mit dem darauf basierenden „Embedded UML Studio“).
  • 5 Stimmen: DOORS

Fazit: Wo Modellierung eingesetzt wird

Fast interessanter als die eigentlichen Werkzeuge ist es, sich die Bereiche anzuschauen, in denen Modellierung einsetzt wird. Vorherrschend bei dieser Veranstaltung waren die drei Bereiche Systemmodellierung, Anforderungsmodellierung und Simulation.

Das hat mich insofern verwundert, da Modellierung in anderen Bereichen schon seit langer Zeit eingesetzt wird. Konkret denke ich da an Design-Aktivitäten, denen ja auch in der Regel ein Formalismus zugrunde liegt und sich in einem Modell manifestiert. Das ist vielleicht damit zu erklären, dass bei solchen Aktivitäten das Design, und nicht die Modellierung, im Vordergrund steht.

Ebenfalls kaum genannt wurden Werkzeuge zu Test-, Validierungs- und Verifizierungsaktivitäten. Auch das lässt sich vielleicht damit erklären, dass bei diesen Aktivitäten Modelle in der Regel konsumiert, aber nicht erzeugt werden.

Anhang: Die restlichen Werkzeuge

Der Vollständigkeit halber ist hier die Liste der Werkzeuge, die nur eine oder zwei Stimmen bekommen haben:

  • MagicDraw (2 Stimmen)
  • PlantUML (2 Stimmen)
  • Eigene Lösung (2 Stimmen)
  • StarUML (2 Stimmen)
  • EMF (1 Stimme)
  • Astade (1 Stimme)
  • Visual Paradigm (1 Stimme)
  • Polarion (1 Stimme)
  • Seapine Test/Requisite Pro (1 Stimme)
  • Arcway Cockpit (1 Stimme)
  • Visual Studio (1 Stimme)
  • Bizagi (1 Stimme)

Was meinen Sie?

Als Leser meines Blogs nutzen Sie sicher auch Modellierungswerkzeuge. Was meinen Sie? Welche Werkzeuge benutzen Sie? Welche sollten erwähnt werden? Diskutieren Sie im Kommentarbereich! (Kommentieren)

Image: Unsplash / Todd Quackenbush

Dieser Artikel erschien zuerst bei se-trends.de.

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