systems.camp Nord 2017: Ergebnisse

Letzte Woche gab es eine Zusammenfassung des systems.camp Nord 2017 in Hamburg. Diese Woche gibt es nun die Ergebnisse.

Dieses Jahr wurde die Tradition fortgeführt, die Ergebnisse der Sessions auf einem Flipchart zusammenzufassen. Im Folgenden sind deren Screenshots zu finden. Diese stellen hauptsächlich eine Gedächtnisstütze dar und sollen es den Teilnehmern helfen, sich auch im Nachhinein die Sessions wieder in Erinnerung zu rufen.

Wem das Barcamp-Format Spaß macht, den könnte auch das Modeling Craftsmanship Camp am 18.11. in Minden (bei Hannover) interessieren, das von Stephan Dankers und mir organisiert wird. Anmeldung >>

Bei parallelen Tracks ist es natürlich nicht möglich, an allen teilzunehmen. Insofern kommentiere ich die Blätter bei denen ich anwesend war, oder sonst eine Meinung habe. Über Kommentare und Ergänzungen der Teilnehmer würde ich mich freuen.

Social Networks & Systems Engineering

In dieser Session wollte ich von den Teilnehmern hören, ob Sie bereits soziale Netzwerke im Kontext der Systementwicklung genutzt haben, und ob die Erfahrungen gut oder schlecht waren. Getrieben wurde diese Frage aus meiner Erfahrung mit gitHub und JIRA in der Vergangenheit, und mit meiner aktuellen Arbeit mit Jama.

Die Teilnehmer fielen in zwei Gruppen: Diejenigen, die noch nie soziale Netzwerke im Arbeitskontext benutzt hatten (und sehr skeptisch waren); und diejenigen, die es bereits getan hatten und den Wert erkannten.

Der Aha-Effekt kam in dem Moment, wo Teilnehmer feststellten, dass die Kommunikation kein Selbstzweck ist sondern direkt in den Workflow eingebunden ist. Das hat primär zwei Auswirkungen: (1) Information erscheint dort, wo sie benötigt wird. Bspw. ermöglicht gitHub es, dass der Text eines Commits automatisch an den dazugehörigen Bug als Kommentar hinzugefügt wird. (2) Die Kommunikation löst Aktivitäten aus. Um das Beispiel von eben aufzugreifen, ein Commit kann, mit dem richtigen Text, auch den Zustand des Bugs modifizieren, bspw. von „Open“ auf „Resolved“.

Im Folgenden die identifizierten Anwendungsfälle:

Einführung von agilen Arbeitsweisen in hardwareorientierten Teams

Das Thema Hardware und agil kam mehrfach vor, an einer der Sessions habe ich teilgenommen. Schnell waren sich die Teilnehmer einig, dass die Technik längst agile Hardwareentwicklung unterstützt, bestehende Organisationen sich damit aber schwer tun.

Agile Hardware Entwicklung: Elektrisch und Mechanisch

An dieser Session, die der vorhergehenden inhaltlich ähnelte, konnte ich leider nicht teilnehmen.

System Validierung &Verifizierung: Was ist sinnvoll in welcher Phase?

An dieser Session von Matthias Schröder habe ich nicht teilgenommen.


Schnittstelle MBSE & CAD/PLM

Oft knallt es an den Schnittstellen – egal ob es sich um die zwischen den Systemen oder zwischen den Werkzeugen handelt.


Umgang mit Querschnittsanforderungen

Divide and conquer: Zwar kann man in der Regel Systeme recht gut hierarchisch herunterbrechen, doch oft bleiben dabei ein paar Querschnittsanforderungen übrig, die sich durch das gesamte System ziehen. Darum ging es in dieser Session.

Ist der Lebenszyklus von Komponenten sinnvoll modellierbar?

An dieser Session von Johannes Kreuzer konnte ich leider nicht teilnehmen.

Systems Engineering und Internet of Things (IoT)

Auch wenn es ein Buzzwort ist: Das IoT ist bereits angekommen. Wie gehen wir mit den neuen Herausforderungen um?

Wie relevant ist Systems Science für Systems Engineering?

Diese spannende Session ging schon fast in die Richtung Philosophie. Axel zeigte einen Foliensatz von David Rousseau, der angeregt diskutiert wurde. Die Folien selbst gibt es zwar nicht, aber auf YouTube gibt es ein Video, wo er eine ältere Version der Folien präsentiert. Axel empfieht auch dieses Paper.

Erwähnt wurde auch das Buch A Primer for Model-Based Systems Engineering von David Long.

Sind konjugierte SysML Interfaces sinnvoll?

In dieser sehr spezialisierten Session von Axel Scheithauer ging es um das konzept von konjugierten Interfaces, also salopp gesagt, „invertierten Schnittstellen“. Dieses Konzept existiert bereits in SysML für Ports. Aber um dies konkret anzuwenden, muss eine konjugierte Kopie des Interfaces angelegt und gepflegt werden. Das ist eher unschön, wenn man bedenkt, dass die Konjugation des Interfaces ja auch abgeleitet werden kann.

Die Rolle der funktionalen und logischen Architektur beim MBSE Plattformbau

An diesem Vortrag von Martin Fernholz konnte ich leider nicht teilnehmen, auch wenn ich dem Thema in der Praxis schon öfter begegnet bin. Auch hier ging es primär um SysML.

Dieser Artikel erschien zuerst bei se-trends.de.