Was ist Systems Engineering?

Diese Frage lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Laut Wikipedia ist es „ein interdisziplinärer Ansatz, um komplexe technische Systeme in großen Projekten zu entwickeln und zu realisieren.“ Bei Organisationen wie INCOSE (oder deren deutschem Arm, GfSE) bekommt man ausführliche detaillierte Beschreibungen. Doch es fällt schwer, diese mit Leben zu füllen.

Einer meiner Lieblingsdefinitionen kommt von Dwayne Phillips‘ Buch „Just enough Systems Engineering“ und besteht aus den folgenden zwei Sätzen (von mir übersetzt):

Der Systems Engineer stellt sicher, dass der Kunde mit dem Produkt zufrieden ist.
Der Systems Engineer betrachtet das gesamte System und wendet etwas Weisheit an.

Da stellt sich die Frage: Sollte das nicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein? Die Antwort ist leider nein. Das hat sicher etwas damit zu tun, dass der gesunde Menschenverstand nicht gut skaliert.

Der andere Punkt ist, dass Systems Engineering besonders dort praktiziert wird, wo Fehler teuer sind. Ursprünglich kommt Systems Engineering aus der Raumfahrt, heute verbindet man damit auch Flugzeugbau, Telekommunikationssysteme und vieles andere. Dort gibt es dann auch Standards, Zertifizierungen, Qualifizierungen, und was sonst nicht nur alles. Das gibt Systems Engineering den (schlechten) Ruf, bürokratisch zu sein und viel Papier zu produzieren. In manchen Bereichen ist das auch notwendig; aber Systems Engineering kann auch bei kleinen Projekten mit wenig Aufwand nützlich sein.

Dieser Blog versucht unter anderem genau diese Frage zu beantworten: Was ist eigentlich Systems Engineering? Dazu gibt es schon eine Menge toller Einsichten, aber eines ist klar: Wirklich verstehen kann man Systems Engineering erst dann, wenn man es selbst praktiziert.

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Dieser Artikel erschien zuerst bei se-trends.de.

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