Meine Systems Engineering-Wunschliste 2016

Schon letztes Jahr habe ich eine Wunschliste erstellt, denn die Feiertage erlauben es uns ja, ein bisschen zu träumen. Im Folgenden werde ich mal schauen, was aus den Wünschen vom letzten Jahr geworden ist, und was ich mir für das kommende Jahr wünschen sollte. Was meinen Sie? Was sind Ihre Wünsche fürs nächste Jahr? Diskutieren Sie mit!

Die Hälfte meiner Weihnachtswünsche zum Systems Engineering vom 2015 sind wahr geworden. Twittern

Wunschliste von 2015

Zunächst ist hier ist die Entwicklung hinsichtlich meiner Wünsche vom letzten Jahr:

Offenheit im Systems Engineering – In diesem Jahr berichtete ich über ISO 29110, SysML, Papyrus, sowie einer Anzahl von Veranstaltungen, die den offenen Austausch im Systems Engineering fördern. Klar, es könnte immer noch mehr sein. Trotzdem war 2016 ein tolles Jahr für Offenheit.

Coole Erfolgsgeschichten – Hier hätte ich mir eigentlich mehr gewünscht. Auf der ReConf stellte Daimler die Einführung von SE vor, auf dem TdSE dieses Jahr wurde über die Einführung von Systems Engineering bei thyssenkrupp Marine Systems berichtet, und das Papyrus-Projekt hat Fortschritte beim Rover-Beispielprojekt gemacht. Aber diese Erfolge sind nicht so substantiell, wie ich sie mir erhofft hatte: Die ersten zwei bezogen sich nicht auf ein konkretes Projekt, sondern lediglich konzernweite Aktivitäten. Der Rover hingegen ist „nur“ ein Beispielprojekt. Leider kann aus verständlichen Gründen über wirkliche Industrieprojekte nur begrenzt öffentlich berichtet werden.

Industrielle Verwertung von Forschungsergebnissen – Auch hier gab es lediglich bescheidene Fortschritte. Die über die Jahre in Papyrus investierten Forschungsgelder scheinen sich nun endlich auszuzahlen, da das Papyrus Industrial Consortium fahrt aufnimmt. Aber darüber hinaus waren meine Berichte aus der Wissenschaft eher theoretischer Natur.

Der Durchbruch des Requirements Interchange Formats (ReqIF) – Bei ReqIF hingegen hat sich eine Menge getan. Es gibt inzwischen zahllose kommerzielle und nicht-kommerzielle Werkzeuge die eine ReqIF-Schnittstelle zur Verfügung stellen. Auch durch die Open-Source-Implementierung von ReqIF wird die Verbreitung gefördert. Dass das Interesse real ist, spüre ich auch an den Besucherzahlen meiner in diesem Jahr gestarteten Online-Bibliothek zu ReqIF und Anforderungsaustausch, der ReqIF.academy.

Wunschliste 2016

Wie sieht es nun dieses Jahr aus? Hier sind meine Wünsche für nächstes Jahr:

1. Neue Wege, den Menschen im SE zu berücksichtigen

Bei allen meinen Aktivitäten, sowohl bei SE-Trends, aber auch in Projekten, Workshops und Konferenzen, tauchte das Thema „Mensch“ auf. Es wurde viel diskutiert, wie der Mensch besser einbezogen werden kann. Das Bewusstsein ist also da, aber eine nachhaltige, skalierbare Lösung fehlt. Ich bin gespannt, ob wir hier nächstes Jahr neue Entwicklungen sehen werden.

2. Systematische Ausbildung von Systems Engineers

Hand in Hand mit dem Thema Mensch geht auch das Thema Ausbildung, über das ich ja auch schon viel geschrieben habe. Studiengänge im Systems Engineering gibt es natürlich schon lange, und auch die INCOSE-Zertifizierungen sind nicht neu. Aber Ausbildung ist ein komplexes, vielschichtiges Thema. Ich bin gespannt, ob sich der neue Kurs vom MIT oder das SE-Leadership-Studium vom Campus 02 und oose bewähren. Ich werde darüber berichten.

3. Noch mehr offener Austausch

Ich habe schon oft Veranstaltungen für den offenen Wissensaustausch organisiert. So war ich dieses Jahr Mitveranstalter des ersten Modeling Craftsmanship Camps in Hannover und des sechsten Systems Engineering Camps in Hamburg. Mit der Übergabe des syscamps an die GfSE soll es nächstes Jahr vier davon geben, das nächste am 25.2.2017 in München. Ich hoffe, dass diese, und noch viele ähnliche Veranstaltungen nächstes Jahr stattfinden werden.

4. Mehr Leser von SE-Trends (Helfen Sie mit?)

Vor über einem Jahr begann ich, regelmäßig bei SE-Trends zu schreiben (Jahres-Rückblick). Das Angebot wird angenommen, mit tausenden von Lesern jeden Monat. Das Angebot ist werbefrei gestaltet. Ich schreibe hier, weil es mir Spaß macht, mein Wissen zu teilen. Aber das schönste Kompliment ist, wenn mir die Leser ihre Zeit schenken. Daher würde ich mich freuen, in 2017 neue Leser zu gewinnen.

Wollen Sie mir helfen, diesen Wunsch in 2017 zu verwirklichen?

Dann können Sie folgendes tun:

  • Schreiben Sie mir eine kurze Aussage zu SE-Trends, die ich dann veröffentliche. Sagen Sie mir bitte, ob ich Name, Firma und Job-Bezeichnung mit veröffentlichen darf oder nicht.
  • Kommentieren Sie Artikel, die Sie ansprechen (kommentieren ist anonym möglich).
  • Falls Sie die Artikel über Xing / LinkedIn / Twitter / Facebook bekommen, heben Sie dort den Artikel über ein Like, etc. hervor
  • Falls Sie einen Themenwunsch haben, schreiben Sie mir gern
  • Haben Sie eine Systems Engineering-Erfolgsgeschichte, die groß ist, und über die Sie reden dürfen? Ich würde gern darüber berichten!
  • Laden Sie Ihre Kollegen zum Lesen ein (Share-Knopf open rechts).
  • Kennen Sie relevante Veranstaltungen, die auf dem Veranstaltungskalender fehlen (rechts)? Dann teilen Sie mir dies bitte mit.

Ich wünsche auch Ihnen, dass alle Ihre Weihnachtswünsche in Erfüllung gehen!

Dieser Artikel erschien zuerst bei se-trends.de.

  • pica

    Hallo Michael,

    meine Wunschliste ist eher ein TODO für mich. So möchte ich einen Konverter von Archi (http://www.archimatetool.com) nach Papyrus schreiben. Mal sehen ob ich dazu komme.

    Ich denke meine Rationale ist auch für Dich interessant.

    1.) Archi ist ein FOSS Archimate (http://www.opengroup.org/subjectareas/enterprise/archimate) Modellierungswerkzeug mit einer IMHO exzellenten UX.

    2.) Archimate ist eine zur Spezifikation von fachlichen Anforderungen IMHO sehr gut geeignete grafische Notation

    3.) Ich wünsche mir eine durchgängige Traceabilty 😉

    Daher meine Idee zu diesem Konverter.

    Ein Abfallprodukt wäre ein UML Profil für Archimate 😉

    Beste Grüße,
    Carsten

    • Hallo Carsten,

      Klingt spannend! Ich hatte Archimate bisher nicht auf dem Radar. Ich werde es mir mal genauer anschauen.

      Gruß,

      – Michael