Erste Schritte mit Capella

Capella ist ein quelloffenes Modellierungswerkzeug. Es ist insbesondere deswegen interessant, weil Modellierungssprache, Methode und Werkzeug eng miteinander gekoppelt sind. Das hat Vorteile – der Nutzer wird besser geführt. Es hat aber auch Nachteile – es geht etwas von der Flexibilität verloren.

Doch das macht Capella gerade für Einsteiger interessant, die einfach mal mit Modellierung experimentieren wollen. Und dass Capella kostenlos ist, hilft dabei natürlich auch.

Hier wurde übrigens schon mehrfach über Capella und ARCADIA berichtet. Ein guter Überblick wird in diesem einstündigen Webinar vermittelt.

Eclipse als Plattform

Capella kann als ZIP-Datei von der Webseite heruntergeladen und ausgepackt werden. Solange eine passendes Java auf dem Rechner installiert ist, ist kein weiterer Installationsschritt notwendig.

Wer nicht mit Eclipse vertraut ist, wird sich erst einmal orientieren müssen. Über File > New kann ein neues „Capella Project“ angelegt werden, und nach der Erstellung öffnet sich ein Editor, der den Nutzer durch die ersten Entwicklungsschritte führt. Die Reiter des Editors am unteren Rand spiegeln diese Schritte übrigens wieder.

Die Prozesssymbole sind verlinkt und öffnen den entsprechenden Reiter, wo es weitere Hinweise gibt:

Spätestens an diesem Punkt brauchen wir aber weiterführende Dokumentation zur Modellierungssprache und der Methode. Denn die Links erstellen dann ein entsprechendes Diagram. Ohne Kenntenisse der Modellierungssprache kommt man kaum weiter. Und bei der Modellierungssprache handelt es sich nicht um SysML.

Capella ist nicht SysML

Die Modellierungssprache von Capella hat viel mit SysML gemeinsam, ist aber nicht identisch. Dieses Thema ist so wichtig, dass es eine eigene Seite gibt, die die Gemeinsamkeiten und Unterschiede erklärt.

Auch dieses Vorgehen macht Sinn und ist pragmatisch. Schließlich wollen auch die Entwickler von Capella das Rad nicht neu erfinden. Die Anpassungen stellen sicher, dass die Modellierungssprache wirklich sauber zur ARCADIA-Methode passt.

Um sich mit Capella – und ARCADIA – vertraut zu machen, finden wir auf der Webseite eine Menge Resourcen, ordentlich sortiert und kategorisiert. Dazu gehören übrigens auch Case Studies, die den Geschäftswert von Capella belegen. Dies zeigt unter anderem, dass das Projekt einen kommerziellen Treiber hat und nicht nur für die Lehre, sondern auch den industriellen Einsatz geeignet ist.

Capella und ARCADIA lernen

In den Resourcen findet sich auch ein sehr ausführliches Tutorial, das von der Installation bis zur Dokumentengenerierung Capella erklärt. Dieses kann in einem Tag durchgearbeitet werden. Zumindest für mich sind solche Tutorials immer einer der besten Wege eine neue Technologie zu durchdringen, da man wirklich Hand anlegen kann.

Das Tutorial sollte zumindest genug Wissen vermitteln um beurteilen zu können, ob Capella im konkreten Kontext ein gangbarer Weg sein könnte oder nicht.

Die nächsten Schritte

Wer nun wirklich Schritte mit Capella machen möchte, sollte sich durch das offizielle Tutorial durcharbeiten, oder auf die anderen Ressourcen auf der Capella-Webseite zurückgreifen. Erfreulich ist, dass das Projekt sehr professionell vorangetrieben wird und für den ernsthaften produktiven Einsatz konzipiert wurde (und für die Lehre natürlich auch). Viel Spaß beim Modellieren!

Photo by Mitya Ivanov on Unsplash

Michael Jastram

Creator and Author of SE-Trends