Mit dem EEE-Check Reibungspunkte zwischen Werkzeugen finden und beseitigen

Es gibt viele hervorragende Werkzeuge für das Systems Engineering. Doch wenige decken alle Aktivitäten ab. Und von denen ist mir keines bekannt, welches wirklich alle Aspekte gut löst. Mit anderen Worten: irgendwo gibt es Tool-Brüche, und das sind dann die Stellen, wo es am häufigsten klemmt.

Auf der Embedded World 2019 stellten Tim Weilkiens und Andreas Willert den EEE-Check vor, der hilft, dieses Problem zu lösen.

EEE steht für „Engineering Efficiency Empowerment“, und das Konzept wird auf der eigens eingerichteten Webseite eee-check.de auf Englisch erläutert. Im folgenden eine kurze Zusammenfassung auf Deutsch.

Vier Schritte zu Entschärfung von Reibungspunkten

Eigentlich ist das Konzept einfach, und entspricht dem gesunden Menschenverstand, verbunden mit etwas Systematik. Aber solche Ansätze können erfreulich effektiv sein. Hier sind die vier Schritte des EEE-Checks:

1. Schritt Analyse der Ist-Situation

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Dabei beginnen wir mit der Analyse der Prozesse. Die zentrale Frage ist: Welche Stakeholder haben wir, und welche Werkzeuge nutzen sie für welchen Zweck?

Diese Information kann man in einer Matrix auftragen, was dann so aussehen kann wie im Artikelbild zu sehen. Dort sind rote und blaue Pfeile zu sehen, in diesem Fall für Prozesse und Konfigurationsmanagement. Es kann aber auch andere Beziehungen geben. Da müssen wir pragmatisch sein und das dokumentieren, was wir für unsere Analyse brauchen.

2. Schritt: Bewertung der Übergänge

Mit der Tabelle können nun systematisch alle Übergänge von einem Werkzeug zum anderen geprüft werden. Gibt es Engpässe? Geht Information verloren? Oder läuft alles verlustfrei? Dieser Schritt stellt sicher, dass wir unsere Energie an der richtigen Stelle einsetzen.

3. SchrittAnalyse der Engpässe

Nachdem wir die Engpässe identifiziert haben, müssen wir diese genauer untersuchen. Dazu gibt die Methode eine Darstellung mit Swimlanes vor. Jede Swimlane entspricht nun Ressourcen, die werkzeugübergreifend zugänglich sein müssen. Dabei ist es auch erforderlich, das Ziel für diesen Prozessschritt zu artikulieren. Denn möglicherweise wird dadurch ein Weg gefunden, der das Ziel ganz anders, aber besser, realisiert.

4. Schritt:Optimierung

Wenn die Analyse abgeschlossen ist, dann muss der Engpass entfernt werden. Die Analyse ist dabei die Grundlage für die Umsetzung. Wie diese konkret aussieht ist von Fall zu Fall verschieden. Vielleicht kann über ein Skript automatisiert werden, vielleicht ist auch nur eine kleine Anpassung der Datenstrukturen ausreichend. Vielleicht ist auch ein anderes Werkzeug langfristig besser geeignet.

Der Werkzeug-Zoo

Nun wird sich schon in Schritt 1 oft zeigen, dass für die selben Arbeiten unterschiedliche Werkzeuge eingesetzt werden. Da liegt die Versuchung nahe, diesem Wildwuchs Einhalt zu gebieten. Und das ist sicher auch richtig – aber nur in Maßen. Und eine Gängelung der Mitarbeiter zur Verwendung bestimmter Werkzeuge ist nicht unbedingt ratsam.

Statt dessen schlägt der EEE-Check vor, die Werkzeuglandschaft behutsam zu pflegen. Dafür bietet es sich an, eine einfache Tabelle zu erstellen und (wichtig!) zu pflegen. Diese Tabelle führt in jeder Zeile einen Prozessschritt auf, und in jeder Spalte ein Werkzeug Dort kann dann eingetragen (und farblich gekennzeichnet) werden, ob das Werkzeug für diesen Prozessschritt verpflichtend, empfohlen, toleriert oder verboten ist.

Mit dieser Tabelle signalisiert die IT deutlich, welche Richtung wünschenswert ist, und bei welchen Werkzeugen keine Unterstützung erwartet werden kann, auch wenn der Einsatz toleriert wird.

Fazit

Der EEE-Check ist ein leichtgewichtiges, pragmatisches, praxisnahes Werkzeug, um dafür zu sorgen, dass die Nutzer die richtigen Werkzeuge einsetzen, diese effektiv eingesetzt werden können und die IT-Landschaft langfristig gepflegt und weiterentwickelt werden kann. Die Investition, den EEE-Check ein- und regelmäßig durchzuführen dürfte sich schnell amortisieren.

Bildquelle: EEE-Check

jastram

Creator and Author of SE-Trends