Nachlese: Das systems.camp Nord 2018

Das systems.camp ist inzwischen eine etablierte Veranstaltung der GfSE in Deutschland und findet dreimal im Jahr in verschiedenen Regionen in Deutschland statt. Am vergangenen Samstag fand das systems.camp Nord in Hamburg statt, das letzte systems.camp in diesem Jahr. Im Folgenden gibt es einen Überblick über die Veranstaltung und Erkenntnisse daraus.

Modellierung dominiert

Im Vorfeld haben wir die Interessen der Teilnehmer abgefragt. Viele der Themen hatten zumindest am Rande etwas mit Modellierung zu tun. Und auch bei der Agenda, die wir vor Ort erstellt haben, ging es bei ca. 3/4 der Themen irgendwie auch um Modellierung.

Um dieser Tatsache gerecht zu werden gab es für die ersten zwei Sessions lediglich einen Track, an dem alle Teilnehmer teilnahmen:

Wie Modellierung SE nachhaltig transformiert – Die Kernaussage meiner Session war, dass Modellierung bisher eine eher taktische Angelegenheit war, die in Fachabteilungen eingesetzt wurde. Doch jetzt sehen wir den Trend, dass Modellierung ein strategisches Thema wird, also auf Geschäftsebene Bedeutung gewinnt. Ein effektiver Einsatz von strategischer Modellierung basiert auf vier Prinzipien, die auf dem Konzept „Predictive Product Development“ basieren:

  • Sichtbarkeit von Modellinformationen in Tiefe und Breite: In der Tiefe bedeutet, dass die Modelle über viele Ebenen hinweg verzahnt sind, also bspw. „Von der Anforderung bis zum Code“. In der Breite bedeutet, dass nicht nur Spezialisten von den Informationen im Modell profitieren, sondern die gesamte Organisation.
  • Integration von Daten und Prozessen: Daten werden weiter vernetzt, aber die Integration bezieht auch die Prozesse mit ein, wodurch der Mensch mit einbezogen wird, um Best Practices zu etablieren und kontinuierlich zu verbessern.
  • Data Mining: Die Daten, die in Modellen stecken, zur Zeit selten effektiv ausgewertet. Insbesondere sind dort wertvolle Informationen zu finden, die dem Management helfen, den Fortschritt von Projekten zu verfolgen, Probleme und Risiken frühzeitig zu erkennen, sowie Erkenntnisse für das nächste Produkt zu sammeln.
  • Messen und Verbessern: Die eben aufgeführten Prinzipien erlauben es uns rigoros, zu messen und zu verbessern, und auf jeder Ebene: Organisation, Projekt, Team oder Individuum. Big Brother lässt grüßen!

Was verstehen wir wirklich unter MBSE? Ist es einheitlich? – Piotr Malecki moderierte diese Session, in der ein gemeinsames Verständnis des Begriffes MBSE geschaffen wurde. Denn in der Praxis gibt es nach wie vor viele unterschiedliche Vorstellungen, was es eigentlich bedeutet. Insbesondere ging es dabei um Begrifflichkeiten (Ist es wirklich „based“, und nicht „driven“?), Sprachen (immer SysML?) und Vorgehensweisen.

Die Gruppe kam schnell zu einem gemeinsamen Verständnis. In der Praxis ist es jedoch extrem hilfreich, die Definition von MBSE explizit anzusprechen und darauf zu achten, dass im Kontext (Projekt / Firma / etc.) nur eine Definition verwendet wird. Alle Beteiligten fanden diese Diskussion extrem hilfreich, um den Ton für den Rest des Tages zu setzen.

Die Agenda

Wie immer wurde die Agenda vor Ort erarbeitet. Hier ist das Ergebnis. Nach den Einführungssessions am Vormittag gab es insgesamt drei Tracks:

Weitere Ergebnisse

Wie die letzten Jahre haben wir auch diesmal auf Flipcharts Einseiter vorbereitet, mit denen wir die Essenz der Sessions erfassten. Diese werden in Kürze hier Online gestellt.

Weiterhin haben wir einige Informationen über die Teilnehmer erhoben, allerdings klassisch analog. Auch dies wollen wir den Lesern nicht vorenthalten.