Systems Engineering mit Innoslate

In letzter Zeit habe ich öfters von einem Werkzeug namens Innoslate gehört. Innoslate verspricht „The Future of Model-Based Systems
Engineering“ in einer vollständig webbasierten Umgebung.

Innoslate verspricht eine komplette Abdeckung der Entwicklung, von Anforderung bis zum Design. Grund genug, mir das mal etwas genauer anzuschauen.

30 Tage Trial

Innoslate kann, wie viele moderne Werkzeuge, für 30 Tage getestet werden. Der folgende Bericht basiert auf diesem Trial. Die Anmeldung ist einfach, und nach ein paar Minuten kann ich mich einloggen.

In Innoslate werden dann Projekte angelegt, wobei die geführte Tour auch anbietet, eines von Drei Beispielprojekten zu nutzen. Dies zeigt, dass Innoslate sowohl für Software-, als auch für Systemprojekte mit Aspekten der funktionalen Sicherheit geeignet ist.

Der nächste Schritt in der Tour zeigt die verschiedenen Bereiche, die von Innoslate abgedeckt werden:

Die Innsolate Datenbank

Innsolate sieht sich als „Datenbank“, die strukturierte Daten enthält. Es gibt eine Datenbank-Sicht, die diese Daten direkt sichtbar macht. Diese ist jedoch hauptsächlich für übergreifende Arbeiten gedacht, und nicht für die Entwicklungsarbeit. Dafür gibt es verschiedene Sichten, einschließlich einfacher Dokumente, Anforderungsmodelle und 23 Diagrammtypen. Von diesen können einige, wie bspw. Aktivitätsdiagramme, auch simuliert werden:

Viele der Diagramme scheinen an standardisierte Modellierungssprachen angelehnt zu sein, unterstützen diese jedoch nicht vollständig. Dazu gibt es auf SysML basierende Diagramme, auf LML basierende (Lifecycle Modeling Language), sowie weitere, die sich nicht klar einer bestimmten Notation zuordnen lassen.

Für den Nutzer gibt es – vereinfacht gesagt – Dokumente und Diagramme.

Was wir mit den Daten machen können

Wenn ein System beschrieben ist, können selbstverständlich auch Dokumente generiert werden. Versionierung ist ebenfalls vorhanden, sowie die Möglichkeit, Baselines zu ziehen.

Die Traceability kann mit Hilfe von Excel-Exporten analysiert werden, sowie über entsprechende Diagramme.

Weiterhin gibt es unter dem Label „Intelligence“ die Möglichkeit, die Daten nach bestimmten Kriterien zu analysieren. Die Ergebnisse der Analyse sind Warnungen oder Fehler – oder können einfach ignoriert werden.

Konfiguration

Eine wichtige Frage ist häufig, wie weit ein Werkzeug an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden kann. Dazu bietet Innoslate die Möglichkeit, „Labels“, „Classes“, „Relations“ und „Workflows“ zu erweitern.

Fazit

Zugegebenermaßen habe ich mir Innoslate nur oberflächlich angeschaut. Auf den ersten Blick sieht das Werkzeug sehr interessant aus für Firmen, die eine einfache Komplettlösung für ihre Systementwicklung haben möchten.

Allerdings scheinen an vielen Stellen „pragmatische“ Entscheidungen getroffen zu sein, die das Werkzeug stark einschränken. Dazu gehört zum Beispiel die bereits erwähnte Beschränktheit der SysML. Was hier geboten wird, ist mit MagicDraw oder Enterprise Architect nicht vergleichbar.

Nicht wirklich einschätzen kann ich, wie Innoslate skaliert. Bspw. habe ich kein „klassisches“ Suspect-Feature finden können, also das automatische Markieren als suspekt von verknüpften Elementen, wenn eines davon geändert wird.

Wenn das gebotene jedoch reicht, dann könnte Innoslate jedoch eine interessante Lösung sein, die einem „alles aus einer Hand“ zur Verfügung stellt. Das dürften tendenziell kleinere Teams sein. Denn bei größeren Teams kann ich mir vorstellen, dass schnell die Grenzen des Tools erreicht werden.

Bild: Innoslate Screenshot

jastram

Creator and Author of SE-Trends