Was Systems Engineers nachts wach hält – und was sie beim systems.camp Nord diskutieren möchten

Am 20. Oktober findet das GfSE systems.camp Nord in Hamburg statt. Wer teilnehmen möchte, sollte schnell zuschlagen, denn Ende der Woche endet der Frühbucherrabatt: Nur €30 für GfSE-Mitglieder (€50 regulär). Jetzt buchen >>

Um die Veranstaltung so relevant wie möglich zu machen, haben wir im Vorwege gefragt, welche Themen Euch denn durch den Kopf gehen – und im Oktober sicher auch diskutiert werden. Die Umfrage läuft weiter, also bitte gerne weitere Themenvorschläge einreichen.

Im Folgenden gibt es eine kleine Zwischenbilanz der bisherigen Themen.

Weitersagen!

Aber vorher eine Bitte an alle Leser: Bitte ladet Eure Kollegen und interessierten Bekannten zum systems.camp ein, und teilt die Einladung über das soziale Netzwerk Eurer Wahl (Knöpfe rechts oben). Das systems.camp basiert auf der Arbeit von Freiwilligen, und um den Schwung zu behalten, möchten wir auch neue Teilnehmer anziehen, nicht nur Veteranen.

Ich gehe zum systems.camp Nord am 20.10. in Hamburg. Du auch? Twittern

Es wurden inzwischen ein gutes Duzend Themen vorgeschlagen. Da es dort einige Überlappungen gab, werden diese im Folgenden etwas umformuliert und teilweise auch in mehrere Themen aufgeteilt:

Modellierung

Elf Themen beinhaltet in der einen oder anderen Form Modellierung. Modellierung für Verifikation, Akzeptanz der Modellierung, Modellierung von Security, und viele mehr. Damit wird deutlich, dass ohne Modellierung im Systems Engineering nichts mehr läuft. Ob es sich dabei um SysML-Modelle oder einfache Informationsmodelle handelt ist natürlich wieder eine andere Frage.

Hybride und vernetzte Modelle

Ein einziges Modell ist selten ausreichend, und auch Texte haben noch lange nicht ausgedient. Dies wird unter anderem durch die absichtlich provokante Frage deutlich: „MBSE vs. rein textuelles RE – Zwei Extreme oder hybride Partner in der Praxis?“ Zumindest ich glaube dabei herauszuhören, dass hybride Systembeschreibung die Praxis sind und auch erst einmal bleiben werden. Ich habe dieses Thema einfach mal mit einem anderen verbunden, nämlich der modellübergreifenden Traceability (über die ich in der Vergangenheit bereits geschrieben hatte). Schließlich ist ein Satz von textuellen Anforderungen ja auch schon ein Modell, wenn auch ein sehr primitives.

Visualisierung

Mehrere Vorschläge beschäftigten sich mit Visualisierung, zum Beispiel von Komplexität, aber auch über Modell- und Werkzeuggrenzen hinweg. Auch wenn inzwischen vielen klar ist, dass das Bild nicht das Modell ist, so ist die Visualisierung dennoch sehr effektiv, um Zusammenhänge schnell zu erfassen und zu analysieren.

Hier waren die Vorschläge jedoch ein bisschen vage: Was genau soll visualisiert werden? Und noch wichtiger, was ist der zugrundeliegende Anwendungsfall für die Visualisierung? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, aber was soll gesagt werden? Gerne im Kommentarbereich kommentieren!

Der menschliche Faktor

Zum menschlichen Faktor gab es auch mehrere Einreichungen, zum Beispiel „Akzeptanz für (model-based) Systems Engineering im Unternehmen/ in Projekten schaffen.“ Auch gab es die Frage, wie MBSE am besten eingeführt werden kann, sowie Fragen nach effektiven Kollaborationstechniken.

Werkzeuge und Case Studies!

Es wurde auch mehrfach nach Praxisberichten gefragt, zum Beispiel: „Tooldiskussion: Jama und Modellierung – Kennt jemand gute Beispiele aus der Praxis?“ Auch wenn das Werkzeug nicht im Vordergrund steht, so kommen wir in der Praxis inzwischen nicht mehr ohne Werkzeuge aus. Auch wenn das Werkzeug zweitrangig ist (oder sein sollte), so hat es dennoch signifikante Auswirkungen auf die Arbeitsweise und Arbeitskultur.

Weitere Themen

Es gab noch einige Themen, die nur einmal erwähnt wurden aber dennoch nennenswert sind. Dazu gehört die schon eingangs erwähnte Security. Eigentlich hätte ich im Bereich Security mehr als nur eine Meldung erwartet, oder zumindest erhofft. Was ist Eure Erfahrung: Wird Security inzwischen ernst genommen?

Weiterhin wurde das Internet of Things (IoT) einmal erwähnt. Auch hier kann ich mir vorstellen, dass das Interesse höher ist, aber nicht alle die selben Begrifflichkeiten nutzen. Zum Beispiel könnte man das vernetzte Auto durchaus dem IoT zuordnen, aber im Automotive-Bereich ist der Begriff da eher unüblich.

Auch V&V wurde nur ein einziges Mal angesprochen. Offen ist die Frage, warum das so ist. Ist V&V so gut etabliert, dass es kaum noch der Rede wert ist?

Nicht erwähnt wurden…

Und zum Abschluss ein paar Themen, die ich erwartet hätte, die aber nicht eingereicht wurden. Dazu gehört Offenheit, sei es Open Source bei Werkzeugen, Open Source bei verbauter Software oder offene Standards.

Ebenfalls nicht explizit erwähnt wurde der Leistungsdruck, also besser, schneller, günstiger. Wie gehen die Praktiker mit dem Druck um, der oft vom Management ausgeübt wird?

Fazit

Die Umfrage läuft noch, es gibt in dem Sinne ja auch kein fixes Ende. Wir, die Organisatoren vom systems.camp Nord, werden überlegen, ob und in welcher Form wir diese Ergebnisse in die Planung des systems.camp Nord 2018 einfließen lassen können.