Was uns 2019 erwartet: Komplexität und Wandel

Die Welt des Systems Engineering ist schon seit einer Weile im Wandel. Der Wandel wird sich 2019 noch weiter beschleunigen und eines der dominierenden Themen sein, das uns auf vielen Ebenen begegnet: Von der Transformation ganzer Organisationen, bis zu einem besseren Umgang mit Änderungen.

Getrieben wird der Wandel unter anderem von der exponentiell steigenden Komplexität moderner Produkte. Diese Komplexität entsteht ebenfalls auf vielen Ebenen: Durch das Vernetzen von Millionen von Geräten auf der Einen Seite, oder durch das integrieren von Komponenten, die selbst Millionen Zeilen von Code enthalten können.

Ich werde mich aktiv am Dialog dieser Themen beteiligen. Unter anderem halte ich nächste Woche einen Vortag zu Predictive Product Development auf den Software Quality Days in Wien. Auf der ReConf 2019 werde ich einen Workshop und zwei Vorträge halten, in denen es um Wandel und den Umgang mit Änderungen geht.

Ich würde mich freuen, den einen oder anderen Bekannten bei den SQ Days oder auf der ReConf zu sehen – oder vielleicht auch auf der Embedded World in Nürnberg im Februar (allerdings ohne Vortrag).

Doch nun noch etwas mehr zu Wandel und Komplexität:

Komplexität…

Komplexität ist das „Verhalten eines Systems oder Modells, dessen viele Komponenten auf verschiedene Weise miteinander interagieren können“. Durch die Vernetzung der Welt steigt dementsprechend auch die Komplexität rasant.

Berechenbare Produktentwicklung (Predictive Product Development) macht Komplexität beherrschbar – auf allen Ebenen.

Dabei sind bei vernetzten Geräten wie Smartphone oder Auto diese Interaktionen sichtbar. Doch noch viel größer und Umfangreicher ist die Vernetzung hinter den Kulissen. Das betrifft sowohl die Infrastruktur, die unsere Welt am Laufen hält, als auch die Innereien von vielen Systemen. Das Klassische Beispiel ist das Auto, in welchem inzwischen bis zu hundert Steuergeräte verbaut sind. Jedes dieser Steuergeräte kann wiederum Millionen von Zeilen Code enthalten.

Über berechenbare Produktentwicklung – Predictive Product Development – habe ich mich in der Vergangenheit bereits ausgelassen. Die gerade beschriebene Komplexität macht dieses neue Paradigma erforderlich.

… und Wandel

Wie schon gesagt findet Wandel auf vielen Ebenen statt. Aber auf allen Ebenen wird dieser Wandel durch die Komplexität vorangetrieben:

  • Organisationen müssen ihre Arbeitsweise ändern, denn die klassischen Ansätze funktionieren nicht mehr. Der Wandel muss dafür sorgen, dass Ressourcen effektiv eingesetzt werden, Kunden gehört werden, Abteilungen sich abstimmen, usw.
  • Abteilungen müssen ihre Arbeitsweise ändern, denn mit den traditionellen Ansätzen kann gar nicht schnell genug auf Änderungen reagiert werden. Unabhängig davon kommen immer mehr Auflagen vom Gesetzgeber oder Kunden.
  • Teams müssen ihre Arbeitsweise ändern, da wir selten alle Anforderungen kennen, wenn wir unsere Arbeit beginnen.
  • Individuen müssen ihre Arbeitsweise ändern, zumindest, wenn Sie aktiv ihre Laufbahn mitgestalten wollen. Wer das nicht tut, muss damit rechnen, zum „Fließbandarbeiter“ degradiert zu werden – agiler Burnout droht!

Wer sich nicht wandelt, dem droht der agile Burnout!

Entwicklungsmuster für den Umgang mit Änderungen

Ein Teil der Lösung könnten Entwicklungsmuster für den Umgang mit Änderungen sein. Einen Vortrag mit diesem Titel werde ich im März auf der ReConf 2019 halten, und in den nächsten Wochen werde ich einige dieser Muster vorstellen.

Photo by Ferenc Horvath on Unsplash